Bericht aus dem Toggenburger Tagblatt vom 15. Oktober 2021 (Interview: Beat Lanzendorfer).

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Im September in einem Jahr organisiert die OL Regio Wil das Toggenburger OL Weekend 2022. Anita Rüegg, Präsidentin des Orientierungslaufvereins OL Regio Wil, erklärt, welche Arbeiten sie und ihre Vereinskollegen bereits jetzt erledigen müssen.

Was ist unter dem Begriff Toggenburger OL Weekend zu verstehen?

Am 10. September 2022 findet auf der Wolzenalp der Toggenburger OL statt, bei der die neu erstellte Karte «Gänderich» zur Anwendung kommt. Tags darauf organisieren wir auf der Sellamatt die Langdistanz Schweizer Meisterschaft. Beides zusammen ist als Toggenburger OL Weekend 2022 ausgeschrieben.

Was sind die Beweggründe des Vereins, ein solches Grossereignis an die Hand zu nehmen?

Die OL Regio Wil organisiert regelmässig Grossanlässe, weil es innerhalb des Vereins einige fähige Personen gibt, die immer wieder innovative Ideen haben und diese mit viel Herzblut an die Hand nehmen.

Wann fanden die letzten Grossanlässe unter der Regie der OL Regio Wil statt?

Vor vier Jahren hat der Verein das Säntis-Weekend durchgeführt. Innerhalb von diesem fand die Schweizer Meisterschaft auf der Schwägalp in der Mitteldistanz statt. Der vorläufig letzte Grossanlass war vor zwei Jahren in Wil mit den Team-Schweizer Meisterschaften in der Dietschwiler Höchi sowie der Sprint-Staffelmeisterschaft in der Stadt Wil.

Warum hat sich der Verein für das Toggenburg als Austragungsort entschieden?

Das Gebiet ist einfach wunderschön und wir haben vor zwanzig Jahren bereits einmal eine Schweizer Meisterschaft auf der Sellamatt durchgeführt. Aus jener Zeit existiert eine Karte, die wir nun aktualisiert haben. Für die Wolzenalp haben wir, wie schon erwähnt, eine neue Karte aufgenommen. Und dann soll das Toggenburger OL Weekend durchaus auch Werbung für das Toggenburg sein. Wir wollen unseren nationalen und internationalen Gästen vermitteln, über welch herrliches OL-Gelände wir hier verfügen. 

Welche Auflagen muss der Verein erfüllen, um überhaupt eine Schweizer Meisterschaft organisieren zu dürfen?

Wir haben vor drei Jahren beim nationalen Verband den Antrag eingereicht, wieder einmal eine Meisterschaft durchzuführen. Unser Wunsch ist mit den anderen OL-Vereinen und Regionen koordiniert worden, sodass wir für das kommende Jahr den Zuschlag erhielten.

Ist es schwierig, eine Zusage des Verbandes zu erhalten?

Weil die Organisation immer aufwendiger wird, ist der Verband durchaus dankbar um Vereine, die einen Anlass dieser Grössenordnung durchführen können. Die OL Regio Wil verfügt zum Glück über genügend Fachwissen und Helfer, die diesen Aufwand ehrenamtlich auf sich nehmen.

Gibt es Auflagen seitens der Landbesitzer, des Naturschutzes oder dergleichen?

Nach der Zusage des Verbandes galt es, die Bewilligungen beim Kanton betreffend Waldbenutzung einzuholen. Die Schweizer Organisatoren haben insofern den Vorteil, dass für einen Grossteil der Wälder noch ein freies Betretungsrecht besteht, wobei es durchaus Einschränkungen seitens des Kantons gibt. Ich erinnere hier an Ruhezonen für die Tiere oder Naturschutzgebiete. Im nahen Ausland ist es häufig so, dass die Organisatoren bei jedem einzelnen Waldbesitzer eine Erlaubnis einholen müssen. Deshalb ist die Anzahl Läufe im Ausland begrenzt. Das ist mit ein Grund, weshalb die ausländischen OL Läuferinnen und -Läufer gerne in der Schweiz an den Start gehen.

Mit wie vielen Teilnehmenden rechnen Sie?

An der Langdistanz-SM rechnen wir mit rund 1800 Teilnehmenden. Hinzu kommen mehrere hundert Begleitpersonen. Weil im Jahr 2023 in Flims die Weltmeisterschaften stattfinden, könnte ich mir vorstellen, dass sich bei uns viele ausländische Teilnehmerinnen und Teilnehmer einschreiben, um sich mit den alpinen Verhältnissen hier in der Schweiz vertraut zu machen und sich mit unserer Elite zu messen. Teilnahmeberechtigt sind sie in jedem Fall, können aber nicht Schweizer Meister oder Schweizer Meisterin werden. Tags zuvor gehen wir aus bewilligungstechnischen Gründen von etwa 500 Personen beim Toggenburger OL aus. 

Woher kommen die ausländischen Teilnehmenden und mit wie vielen rechnen Sie?

Der Orientierungslauf hat vor allem in den nordischen Ländern sowie in Deutschland und in Tschechien eine grosse Tradition. Aus diesen Ländern, aber auch aus Frankreich und Italien werden bestimmt 200 bis 300 Orientierungsläuferinnen und Orientierungsläufer ins Toggenburg reisen.

Müssen sich die Teilnehmenden selber um ihre Unterkunft im Toggenburg bemühen?

Ja, die Teilnehmenden müssen ihren Aufenthalt in Eigenregie organisieren. Für eine Unterkunftsmöglichkeit stehen ihnen verschiedene Plattformen im Internet zur Verfügung. Bei Fragen oder Problemen sind wir selbstverständlich hilfreich zu Stelle, zudem arbeiten wir eng mit Toggenburg Tourismus zusammen.

Wie hoch ist das Budget für dieses Grossereignisses angesetzt?

Rund 100 000 Franken. Das Ziel ist, dass kein Verlust für die OL Regio Wil resultiert. 

Wie setzen sich die Einnahmen zusammen?

Wir sind auf Sponsoren angewiesen, die uns unterstützen. Weitere Einnahmen generieren wir aus den Startgeldern. Zusätzlich organisieren wir eine Festwirtschaft in der Tennishalle in Unterwasser. Hier befindet sich auch das  Wettkampfzentrum am Sonntag. 

Was wünschen Sie sich für Ihr Toggenburger OL Weekend im kommenden Jahr?

Die Orientierungsläuferinnen und Orientierungsläufer finden die Posten auch bei Regen und Nebel, nicht umsonst tragen sie einen Kompass mit sich. Trotzdem wäre es schön, wenn wir das Toggenburg bei schönem Herbstwetter präsentieren dürften. Und dann wünsche ich mir weiterhin eine derart angenehme Zusammenarbeit mit unseren Partnern: den Behörden, den Förstern und Wildhütern, den Betreibern der Bergbahnen, den Sponsoren, den Medien und natürlich der Toggenburger Bevölkerung.

 

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