Weit über 4'000 OL-Begeisterte pilgerten vergangenes Wochenende nach Wil. Mit zwei Schweizermeisterschaften und einem Nationalen OL standen hochkarätige Wettkämpfe auf dem Programm. Beim Highlight am Sonntag brachte die Sprint-Staffel die IGP Arena zum Kochen.

Der Auftakt in die grossen Swiss Orienteering Finals (SOF) war rosig: Petrus meinte es am 2. November mit den über 1'200 Läuferinnen und Läufer der Team-OL-Schweizermeisterschaft (TOM) gut und liess den einen oder anderen herbstlichen Sonnenstrahl über Wil erblicken. Nicht nur das Wetter spielte mit, nein, auch das Laufgebiet rund um die «Dietschwiler Höchi» präsentierte sich in wahrer TOM-Manier. Die steilen Hangpartien verlangten alles von den über 400 Dreier-Teams ab. Einige Gruppenmitglieder lösten sich gar inmitten eines Hanges ab, um das Lauftempo hoch zu halten. In den flachen Teilstrecken war auch Kompass-Geschick gefragt.

Team um mehrfache Juniorenweltmeisterin nach Hälft vom Leaderthron gestossen

Neben technischer Kompetenz, mentaler Stärke und läuferischer Qualität galt für einmal der Kommunikation ein grosses Augenmerk. Missverständnisse münzten sich gnadenlos in Zeitverlust um. Am besten die Bahn untereinander aufzuteilen wussten bei den Damen-Elite die Läuferinnen der OL Zimmerberg. Julia Jakob, Lilly und Paula Gross legten sich ihren Weg ins Ziel schnell, pfeilschnell: Die Geschwister gewannen mit über zwei Minuten Vorsprung vor den Zweitplatzierten aus dem Seeland die Goldmedaille. Bis zur Hälfte des Rennens lag das Team mit Jael und Joana Wälti und der mehrfachen Juniorenweltmeisterin Simona Aebersold zwischenzeitlich in Führung. Am Schluss resultierte die Silbermedaille. Bronze ging an den OLV Baselland mit Merline Roth, Sofie Bachmann und Katja Gygax.

Die Herren-Elite teilt sich das Treppchen

Bei den Herren war das Rennen eine knappe Kiste. Nach über 65 Minuten Laufzeit mussten sich zwei Teams gar den begehrten Schweizermeistertitel im Team-OL teilen. Die Aargauer Timo Suter, Nick Gebert und Christian Gafner erreichten das Ziel auf die Sekunde gleichschnell wie das Team aus dem Baselland mit Christoph Meier, Tino Polsini und Chamuel Zbinden.

Auch die OL Regio Wil ergatterte sich zwei der begehrten Medaillen: Nina und Lisa Hubmann und Daniela Meyerhans erliefen sich in der Kategorie Damen 16 den ausgezeichneten zweiten Rang. Bei der Seniorenkategorie bestieg Ernst Baumann das Treppchen und liess sich ebenfalls Silber umhängen.

IGP Arena wird zum Hexenkessel

Zeit zum Verschnaufen gab es für die Teilnehmenden der TOM kaum. Am 3. November standen direkt zwei weitere Hochkaräter auf dem Programm: Am Morgen ein Nationaler Sprint, am Nachmittag die Sprint-Staffel-Schweizermeisterschaft. Der Sprint zog zudem viele Familien an. Fast 100 derer entschieden sich, trotz garstigen Wetterbedingungen, für einen Sonntagsausflug in die Wiler Innenstadt.

Wem der Siegeshunger auch nach dem Nationalen Sprint noch nicht gestillt war, bekam am Sonntagnachmittag definitiv die Chance dazu. Für die Sprint-Staffel-Schweizermeisterschaft verwandelte sich die IGP Arena im Bergholz-Areal in einen wahrlichen Hexenkessel. Für einmal blieben die «Hopp Wil»-Gesänge aus, anstatt dessen brachten duzende «Heja»-Rufe die Hütte zum Beben. Die Haupttribüne war bis auf den letzten Platz ausgebucht, der Kunstrasen diente als Start- und Zielgelände.

Am Ende lachen die Zürcher

Gestartet wurde in Vierer-Teams, bestehend aus je zwei Frauen und zwei Männern. Die Start- sowie die Schlussstrecke absolvierten die Fraue, die mittleren beiden Strecken vollendeten die Männer. Bei den Elite-Kategorien war Spektakel geboten: Der favorisierte Verein OL Norska aus dem Bernbiet zeigte allen den Meister – hätte da nur der dritte Läufer nicht den falschen Posten gestempelt. Die vierte Läuferin, die mehrfache WM-Medaillengewinnerin Sabine Hauswirth wusste davon nichts, zog ihren Lauf souverän durch, musste im Ziel aber enttäuscht die Disqualifikation zur Kenntnis nehmen.

Einen Grund zum Lachen hatte hingegen der Zürcher Verein OL Zimmerberg. Von Beginn weg krallte sich das Team um Paula Gross, Simon Jakob, Florian Attinger und Julia Jakob auf den Podestplätzen fest. Mit einer Laufzeit von gut 59 Minuten sicherten sie sich den Schweizermeistertitel in der Sprint-Staffel. Silber ging an das Tessiner Team SCOM Mendrisio, auf dem bronzenen Treppchen durften die Läuferinnen und Läufer der OLV Baselland stehen.

OL Regio Wil mit prominenter Absenz

Das Elite-Team der OL Regio Wil platzierte sich auf dem hervorragenden siebten Schlussrang. Mit dem Ausfall der beiden Lokalmatadoren Daniel und Martin Hubmann waren die Chancen auf eine Medaille von Anfang an verschwindend klein. Mit dem Top Ten Ergebnis konnten Lena Imhof, Julian Bleiker, Janik Portmann und Marcia Mürner ein erfreuliches Resultat für die Gastgeber erlaufen.

OL Regio Wil zieht positive Bilanz

Erfreulich ist auch das rege Interesse an den SOF. Mit über 4'500 Teilnehmenden an drei Wettkämpfen zieht die OL Regio Wil eine positive Bilanz. In dieser Kombination fanden noch nie OL-Wettkämpfe statt, die OL Regio Wil geht in dieser Hinsicht also mit einer Art Pionierrolle voraus. «Möglich war dieses Wochenende nur mit der Hilfe über 200 freiwilliger Club-Helfer und der grosszügigen Unterstützung zahlreicher Sponsoren» meint Benjamin Müller, Medienverantwortlicher des OKs. Das Bergholz-Gelände, die «Dietschwiler Höchi» und die Wiler Innenstand boten einen Gaumenschmaus für den OL-Sport und unzählige Zuschauer.

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Linus Hämmerli

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